


Jürgen Schieferdecker, 1979

A.R. Penck, 1979 |
Aus
aktuellem Grund hätte ich vielleicht einen anderen Titel wählen sollen: z.B.
als Geisel in Sierra Leone. So habe ich es aber nur Afrikanisches
Tagebuch genannt. Ein Tagebuch, dass hellsichtig einige Dinge
beschreibt, die Vergangenheit und doch immer noch Gegenwart sind:
Tagebuch einer Reise nach Sierra Leone 1983: Start und Ende des Afrikafluges
war Moskau, so dass in die lebendigen Schilderungen und Beobachtungen der
Reise im Land,
Reflexionen über ein verfallendes Großreich und den
endlosen Strom von Flüchtlingen, die nach West-Europa
drängten, einflossen. Wenngleich die Reflexionen über die Sowjetunion und sein System keine
Aktualität, sondern nur noch historische Bedeutung besitzen, erhalten die
Betrachtun-gen über Afrika durch die anhaltenden oder immer wieder
aufflackernden Kämpfe, die mit erschreckender Grausamkeit geführt werden,
traurige Aktualität. Kriegerische Auseinander-setzungen, die damals (für
mich) nicht zu erkennen waren, sich aber aus der Beschreibung der gesellschaftlichen und besonders sozialen Situation erschließen lassen: Ein
Land, ein Kontinent, im Feudalismus, von dem demokratisches Verhalten
erwartet wird, obgleich die neuen Formen der (wirtschaftlichen)
Koloni-alisierung durch die Länder der ersten Welt überdeutlich sind. Die
fatale Überforderung Afrikas, wenn man diesem Kontinent die Hoffnungen einer
Aufklärung überstülpt, die in Europa bereits als gescheitert zu betrachten
war.
Eine
Publikation, spannend und eigenwillig geschrieben (Prof. Horst Hirsig,
Dresden / Berlin). Selbst eine Afrikabesucherin schrieb: "Super. gefiel mir sehr gut. Obwohl meist in der U-Bahn
gelesen, musste ich oft lachen. Es stimmt immer noch alles. Schön
geschrieben, sehr gut beobachtet. Danke für Durchblick, Wahrnehmung und
Vitalität ..."
Neuer Preis: 5 € (Variante mit Schutzumschlag: 8 €)
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Ostseezeitung
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