|
Wir über uns Kataloge Kleine Katalogreihe Bücher Postkartenbox Postkarten Andere Kataloge Editionen Ausstellungen Vorträge Zeitschriften Biografie Impressum
PDF Reader
| |
 |
|
Muttererde unterm Hammer
Die Mappe vereint sieben
Lyrikerinnen und Lyriker der DDR: Elke Erb
(*1938), Harald Gerlach (*1940), Reinhard
Heinrich (*1946), Hans Löffler (*1946), Richard
Pietraß (*1946), Brigitte Struzyk (*1946) und
Bernd Wagner (*1948) sowie acht bildende
Künstlerinnen und Künstler: Sabine Grzimeck
(*1942), Martin Hoffmann (*1948), Oskar Manigk
(*1934), Michael Morgner (*1942), Gisela
Neumann (*1942), Wolfgang Petrovsky (*1947),
Robert Rehfeldt (1931-1994), Gregor-Torsten
Schade-Kotzik (*1948).
|
 |
|
Titel- / Deckblatt der
Edition mit den teilnehmenden
LyrikerInnen und KünstlerInnen. (Detail,
Format 32 x 29 cm) |
|
Das Vorwort von Richard
Pietraß brachte das Anliegen auf den
Punkt, wenn er schreibt:
"Muttererde
unterm Hammer heißt das Gedicht Elke
Erb's, welches dieser Mappe den Titel
gab. Er ist Sprachformel für etwas, das
uns wachsend beunruhigt: die weltweite
Bedrohung unserer natürlichen und
kulturellen Umwelt durch gedankenlose
Zerstörung, meistbietenden Ausverkauf.
Unsere Erde, der >blaue Planet< ist
leicht zu verwunden, vergiften, veröden,
in die Luft zu sprengen. In ratloser Unrast fragt
sich mancher, wie er dem wehren kann. Kunst in all ihrer
Ohnmacht, besitzt die Chance
sensibilisierender Wirkung. Auf sie
setzt diese Sammlung von Gedichten und
Grafiken. Nicht jeder der Beteiligten
ging den Themenkreis geradewegs an. So
ergibt sich ein Ensemble starker Signale
und zarterer Fingerzeige. Es vereinigt
Städtisches und Ländliches, schon
Beschädigtes und noch Funktionierendes,
ist Skala der Pendelschläge unseres
Bewusstseins zwischen Wirklichkeit und
Vision."
Das Besondere dieser
Edition ist nicht allein Verbindung von
Lyrik & Grafik, sondern, dass die
einzelnen Stücke durch die
handschriftliche Fassung der Gedichte
und ihre Vervielfältigung im
Siebdruckverfahren eine grafische
Qualität erhalten.
|
|
|
Blätter mit Lyrik von Elke Erb, Richard
Pietraß, Brigitte Struzyk, Hans Löffler, Harald Gerlach
|
|
Auch nach heutiger Kenntnis ist diese,
wie auch die Edition
Landschaft 1980 die erste und einzige
Zusammenfassung künstlerischer Stellungnahmen zur
Thematik in der ehemaligen DDR, Stichjahr 1980, wenn
auch mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln
realisiert. Dies soll nicht den Schluss zulassen, dass
einzelne Künstlerinnen und Künstler sich nicht dieser
Thematik widmeten. Aber es war eine Thematik, die in der
sozialistischen Kulturpolitik keine Öffentlichkeit
hatte. Vor allem nicht unter kritischem Aspekt. Diese
Blätter waren kein Aufruf zum Klassenkampf oder zur
Revolution - nur wurden kritische Haltungen zum Thema
durchaus als Affront gegen die Politik der DDR
betrachtet, demzufolge als »politisch-ideologische
Diversion« zumeist gnadenlos verfolgt und unterdrückt.
Wenn man so will, sind diese beiden Mappen ein
historisches Dokument mit künst-lerischen Mitteln. Bei
aller heutigen kritischen Distanz zur künstlerischen
Qualität, rechtfertigt allein der Mut der Künstlerinnen
und Künstler, sich dieser Thematik nicht in affirmativer
Sicht zu nähern, sowie der Mut des Herausgebers die
Präsentation einiger dieser Blätter noch nach 25 Jahren.
Denn "Was tut der Künstler? Er macht Unklares klar,
Unbewusstes bewusst, Unmögliches möglich; stellt aus dem
Chaos des Eine heraus, aus dem Vielfachen das Einfache."
(Oskar Schlemmer, 1915) |
|
| |
|