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Solidarnosc


Solidarität for Solidarnosc

Deckblatt der Kassette


Es ist ja nicht so, dass es auf der Welt heute keine Probleme mehr gibt. Man meinte dies zwar, als der amerikanische Philosoph Futschimoro nach dem Fall der Mauer und der Implosion des gesamten Ostblocks - außer China und Nordkorea – Kuba war ja eh nur eine Museumsinsel mit seiner Ideologie und den wunderbaren amerikanischen Straßenkreuzern der 50er Jahre -, vom Ende der Politik sprach.

Aber 1981 war noch alles offen. Plötzlich spürte man einen Riss in der betonharten Ideologie des Ostblocks: auf einer Danziger Werft wurde gestreikt und die frommen Polen beteten auf dem Werksgelände. Es ging Ihnen – wie den meisten Menschen im Ostblock – nicht nur einfach schlecht, sondern sie wurden auch noch aufgefordert mehr als schon bisher zu arbeiten. Und das alles für den Sieg des Sozialismus. Das war den Polen doch zu blöd und sie stampften mit dem Fuß auf und brachten den Ostblock zum erzittern. Trotzdem: Solidarität war angesagt. Nicht nur der Polen untereinander – es waren ja sowieso nicht alle, sondern der gesamten Welt, zumal man sich zumindest auf den westlichen Nachbarn in dieser Sache nicht verlassen oder diese Solidarität von ihm erwarten konnte.

Auch wenn die Angst vor 1968 als die „Bruderarmeen“ in der Tschechoslowakei einfielen um den Sozialismus mit menschlichem Antlitz (Dubcek) wieder die übliche sozialistische Fratze voller Verbitterung zu verpassen, blieben die Arbeiter hart. Zum Einmarsch kam es nicht, weil der General Jaruzselski in einer Art Vorwärtsverteidigung schnell das Kriegsrecht ausgerufen hatte. Moskau ließ grüßen und die Solidarnosc-Bewegung schien tot.  Doch es war wie mit der Glut nach einem Waldbrand: die Flamme konnte jederzeit wieder lodern. In Polen geschah genau das, auch wenn es noch 8 Jahre dauern sollte, ehe der gesamte Ostblock Feuer unterm Dach hatte.

Kaum im Westen, wollte ich dann doch ein kleines Zeichen setzen. MailART schien mir ein mögliches Vehikel zu sein, den Gedanken der Solidarität ein wenig zu verbreiten und einzufordern. Das Ergebnis: Zusendungen unterschiedlichster Qualität, aber hoher Quantität. Aus der Masse der Antworten auf meinen Aufruf wurden die intensivsten ausgewählt und im Xerox-Verfahren vervielfältigt und ein wenig coloriert. Eine kleine Kassette wurde zusammengeklebt und 40 ausgewählte Karten hinein gegeben.



Kerstin Rauber, BRD (Schülerin, 6. Klasse)

Chuck Stage, Kanada

Jürgen Schweinebraden, DDR/BRD

E. Walsh, USA

Jürgen Schweinebraden, DDR/BRD


Weitere Beispiele siehe unter Postkarten.

Auch hier gilt der Charme des handmaking mit einfachsten Mitteln. Darüber hinaus ist es einmaliges historisches Dokument.  Die Kassette befindet sich in verschiedenen Mu-seen und in Privatbesitz, nicht dem nur der Teilnehmer.

Preis:  175                                                   PDF: Teilnehmerliste

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