|
Wir über uns Kataloge Kleine Katalogreihe Bücher Postkartenbox Postkarten Andere Kataloge Editionen Ausstellungen Vorträge Zeitschriften Biografie Impressum
PDF Reader
| |
 |
|
 |
 |
|
Vorderseite |
Rückseite |
|
Wortbilder # 1. |
Preis 5
€ |
|
Organ
zur Sprachverständigung. Pflichtblatt der Altpapierbörse
Herausgeber:
Carl Mai.
Schriftleiter:
Dietmar Kirves (kirves.no-art.info)
40 Seiten, 66 s/w
Abbildungen, 30 x 21 cm, ausführliches Register auf den Umschlaginnenseiten,
Aufzählung aller Quellen im Impressum.
Die Medien überschütten
uns sintflutartig mit Informationen, in deren Dschungel wir nicht mehr die
ausreichenden Pfade finden, um wirklich informiert zu sein. Die
Alzheimersche Krankheit in ihrer gesellschaftlichen Variante ist nur die
Unfähigkeit, in dieser Informationsflut so speziell und differenziert zu
fischen, das man das Gefühl erhält, ein informierter Mensch zu sein, davon
noch etwas behalten zu können und entsprechend zu handeln. Die Suchmaschinen
des Internet verbessern nur bedingt diese Situation, wenn sie zugleich
soviel Trübes an Land ziehen, dass ein klarer Blick kaum noch möglich
scheint. Die Lexika kapitulieren an dem Punkt, an dem sie mit Erscheinen
bereits veraltet sind.
Das Unbehagen an
massenweisen Wortgeröll verfolgt uns dermaßen, dass wir mit Ab-wehr auf die
Ankündigungen neuer Produkte reagieren – es sei denn, sie kommen just zu dem
Zeitpunkt, da wir und für die Geschmacksrichtung einer mit einer Zitrone
ge-kreuzten Tomate interessieren. Sonst gehen sie unbesehen den Weg allen
Mülls.
Das Organ zur
Sprachverständigung versucht durch unsystematische Kontrolle von ca. 100
Quellen Hinweise auf besonders gelungene Informationen und ihre
Formulie-rungen zu geben. In der ersten Nummer der Zeitschrift werden in
loser Folge nach dem Zufallsprinzip ausgewählte und nicht alphabetisch
geordnete Worte aufgezeich-net und der Beurteilung durch den werten Leser
anheim gegeben.
Es entspricht dem
Charakter der Informationsvermittlung und dem ständigen Zwang, in möglichst
konzentrierter Form möglichst viel zu sagen, dass die Kondensation von
mehreren Worten zu einem Wort zwar interessant klingt – aber eben nur dies
vermag. Vielleicht aber ist es nur der verzweifelte Versuch, der ozeanartig
über uns kommen-den Amerikanismen Herr zu werden und durch eigene deutsche
Wortschöpfungen Pa-roli bieten zu wollen.
|
|
|
|
So wird unsere Zeitschrift nicht zum
spannenden Zeitungsroman von Sex & Crime, sondern es genügt das Lesen von
drei Worten, den Zündmechanismus unseres Gehirns scharf zu machen, uns
selbst auf die Suche nach Wortungetümen und ihren Bedeutungen zu begeben.
Die lexikalische Form der Erklärung gibt der Publikation ihren
wissenschaftlichen Charakter und entlässt uns nach dem Lesen in das Nirwana
der Unwissenden. Lesestoff nur für starke Charaktere mit einem hohen
Intelligenz-quotienten, die fähig sind, innerhalb des Wusts von Informationen
völlig neuer Art Querverbindungen herzustellen, die die etwa 1000 „Begriffe“
spielerischer Verwendung zuführen. Die Lektüre erfordert eine starke
Nackenmuskulatur des Lesers, weil der aus dem Kopfschütteln darüber nicht
mehr herauskommt, zu welchen Wortschöpfungen Formulierungsjongleure fähig
sind, wenn versucht wird, möglichst bildhaft Alles mit Nichts zu sagen: Die
Zeitschrift ist die moderne Form des Märchens vom Kaiser und seinen neuen
Kleidern, deren Anblick uns unter die Hirnhaut geht.
In lockerer Folge werden die Seiten durch
s/w-Fotos von Dietmar Kirves unterbrochen, die deutlich machen, dass sich
Worte zu einer Sonderform von Kunst am Bau verdichten – solange sie nicht
dem Gebrauch von
Vandal-ex
weichen mussten.
|
|
|
|
|
|
Die Abbildungen sind eine
Ergänzung zur
Postkartenkassette
„Feststellungen“ von Dietmar Kirves und konterkarieren in der o.a.
Zeitschrift die lexikalischen Erklärungs-versuche gefundener Wortungetüme.
Mit der Begriffserklärung knüpft Dietmar Kirves „literarisch“ an seine
35 Rätsel
und zeigt sich so
in seinen Texten ebenso phantasievoll wie in seinen Bildfindungen mit einem
ironisch bis leicht zynisch gesellschaftskritischem Unterton, der auch hier
erneut deutlich macht, wie sehr Künstler mit ihren spezifi-schen Mitteln das
„Unsichtbare sichtbar“ (Paul Klee) machen, vielleicht sogar das De-saster der
Krise des Kapitalismus vorausschauend deutlich machten: Realismus im bes-ten
Sinne.
PDF
Leseprobe |
|
| |
|
 |
|
Nach oben Kampfauftrag Wortbilder |
Kontakt
Rehwiesenweg 6
34350 Niedenstein
Fon:
05624 920755
05624 8840
Fax:
05624 8949 |
|