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Eingang
zur EP Galerie Jürgen Schweinebraden, Berlin-Prenzlauer Berg, Dunckerstraße 17,
2.HH., 1. Stock

J.S. Aufbau der Ausstellung Ladislav Novak, 1978
 J. S. und
Barbara von Wichmann-Eichhorn in der Galerie, Ausstellung Bernd und Hilla Becher,
1978
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Die Geschichte des Verlages ist einfach und doch ungewöhn-lich
zugleich: Neben der beruflichen Tätigkeit als Psychologe und Soziologe
gründete ich aus der Bekanntschaft mit Künstlern und ihrer Situation in der
DDR heraus, 1974 in Berlin Ost, im legendären Prenzlauer Berg eine Galerie.
Ausgangs-punkt war eine „Hausbesetzung“ im Jahr 1972. Die besetzte Wohnung
wurde zu einer informellen, nicht kommerziellen Galerie, später auch
Edition. Pro Jahr wurden ca. 10 Aus-stellungen realisiert, die meisten davon
mit musikalischer Um-rahmung der Eröffnung. In vielen Fällen fand in der
Mitte einer Ausstellung eine musikalische Veranstaltung – vom Blues bis zum
Free Jazz, von Musik des Barock bis zur Moderne (Urauf-führungen
von DDR-Komponisten) mit internationalen Inter-preten statt. Die Eröffnungen
und musikalischen Veranstal-tungen waren zumeist brechend voll. Höhepunkte
waren u. a. einige Veranstaltungen mit dem Dresdner Puppenspieler Reinhard,
der die klassischen griechischen Dramen für (sein) Puppenspiel bearbeitet
hat.
Im Laufe
des Ausstellungszeitraumes kamen viele Besucher in die
Galerie. Sie klingelten an der Wohnungstür und wurden in die über
der Wohnung befindliche Galerie geführt. In den meisten Fällen kam es zu
anregenden Gesprächen.
Gemäß dem kulturpolitischen Verständnis der DDR war die Galerie illegal. Da
es jedoch kein entsprechendes Gesetz gab, bedurfte es nur ein wenig mehr
Zivilcourage, als üblicherweise vorhanden, jedoch mit dem Risiko, unter den
Augen der Stasi tätig zu sein – und möglichst lange zu bleiben. Dies gelang
fast 8 Jahre lang. Auch mit internationalen Künstlern und Künstlern aus
Westdeutschland. ("Die Gegenwart der Vergan-genheit").
Korrespondiert
mit der Bitte um eine Ausstellung / Aktion wurde u.a. mit Joseph Beuys und
verschiedenen Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. In
der Galerie fanden die erste Kunstaktion (Otto Dressler "Ver-fremder"), das erste
Performance (Josef Stembéra, Prag; Marcel Odenbach, Köln, Michelangelo
Pistoletto; Turin) und die erste Video-Performance („Achtung Aufnahme“) in
der DDR statt. |
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Bereits
1975 wurde mit der Herausgabe von Editionen begonnen. Zuerst Mappen mit
verschiedenen Künstlern der DDR, danach zwei Mappen Ost – West, eine
internationale Mappe Landschaft 1980 so-wie eine Mappe „Muttererde unterm
Hammer“ mit Lyrik & Grafik aus der DDR. 1978 eine Edition A.R.Penck,
Siebdrucke nach Skizzen aus dem Jahr 1968. Es war dies die erste Arbeit mit
Siebdruck von A.R.Penck – ein Medium, das später für ihn (z.B. bei der
Edition Staeck) von großer Bedeutung wurde. 1980 folgte dann die Edition
Video-Performance "Achtung Aufnahme"
von Wolf Kahlen (Video), A.R.Penck
(Übermalungen), Jochen Melzian (Foto). |


Marcel Odenbach, Performance, 1978 |
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Die
Galerie – eine für die kulturpolitischen Verhältnisse in der DDR einmalige
Einrichtung, die nur Dank einer differenzierten Taktik im Umfeld
restriktiver und staatlich verwalteter Kunst- und Kulturpolitik überleben
konnte - wurde so zum Vorbild einer Reihe ähnlicher Aktionen quer durch die
ganze DDR (siehe Wikipedia) und blieb bis zur Aberkennung der Bürgerrechte
der DDR und darauf folgenden Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland im
November 1980 unter ständiger Beobachtung des Ministeriums für
Staatssicherheit der DDR (Stasi) und zähneknirschender Duldung durch das
Ministerium für Kultur („Die Gegenwart der Vergangenheit“,
Band 1). Trotz
allem wurden im Zeitraum 1974 bis 1980 etwa 70 Künstler aus den Ländern:
Australien, Bundesrepublik Deutschland, Deutsche Demokratische Republik,
Dänemark, England, Frankreich, Holland, Norwegen, Polen, Schweden, Schweiz,
Spanien, Tschechoslowakei und den USA ausgestellt. In der
Bundesrepublik wurde die Arbeit durch eine internationale MailART Aktion
Solidarität für Solidarnosc fortgesetzt. Eine weitere Aktion, art against
war, basierend auf einem Flugblatt von
Günther Uecker
(PDF-Datei) wurde wegen
Arbeitsaufnahme in der Neuen Nationalgalerie Berlin nicht
realisiert. Zwischen Tätigkeit an der NNG und Mitarbeit bei der documenta 8,
1987 wurde eine Anzahl
Postkartenkassetten
"Edition im kleinen Format"
realisiert. Erst mit Beginn der freiberuflichen Tätigkeit, nach
Zusammenarbeit mit Harry Szeemann und Direktorat des Kunstvereins in Hamburg
wurde sowohl die Ausstellungstätigkeit als freier Kurator fortgesetzt
als auch die Verlagstätigkeit begon-nen, die meist in enger Verbindung mit
Ausstellungen stand und bis heute fortgesetzt wird. |
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Aufgaben und
Ziele
War die Aufgabe der Galerie in der DDR vor allem eine Frage der
Vermittlung nicht offizieller Kunst, hat sich der Verlag nun zum
Ziel und zur Aufgabe gesetzt, für jüngere Künstler verlegerisch tätig
zu werden. Dabei soll schwerpunktmäßig die bereits begon-nene Arbeit
von
Katalogen im Taschenbuchformat und die
Kleine
Katalogreihe fortgesetzt werden. |

 

Michelangelo
Pistoletto, Filzstift, 1978 Postkarte, EP Galerie, 1979 |
Da
der Schwerpunkt ausschließlich auf bildender Kunst liegt, ist die
Produktionsfrequenz eher gering und in jedem Fall abhängig von dem
vorhandenen Budget. Die Absicht, Brücken zur bildenden Kunst zu
schlagen, bleibt inharänter Bestandteil der Arbeit, wozu gemäß
Auftragslage auch die Organisation und Realisation von Ausstellungen
gehört
sowie Aus-stellungseröffnungen,
Vorträge und Texte.
Lesungen aus ver-schiedenen eigenen Produktionen (Afrikanisches Lesebuch,
Die
Gegenwart der Vergangenheit, Verantwortlich sind gerade SIE), in
Gymnasien, Universitäten, Kunstvereinen etc. gehören weiterhin zum
Programm des Verlages, während die eigentliche Editionstätigkeit
eher reduziert wird. |
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Berliner Zeitung PDF
Mitteldeutsches Kunstblatt
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